Eenfach wunnerbar

Moin!

… und herzlich willkommen auf dem Meves-Hof.

Auf unserem Bauernhof versteckt sich in jeder Ecke ein kleiner oder großer, besonderer Glücksmoment. Für jung oder alt. Du musst ihn gar nicht lange suchen. Erlebe unseren Wohlfühlort einfach mit all deinen Sinnen. Dann wird dich irgendetwas bestimmt zum Schmunzeln, Lachen oder Lächeln bringen. Und das ist ja bekanntlich gesund.

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Aktuelles

Wie eine Fee einen Saal zu Tränen rührte –

an einem Nachmittag mit Britta Flaig

 

Eddelak, 26.04.2026

Die neue lokale Allianz "Vergissmeinnicht – Freizeiterlebnisse für Menschen mit Demenz" in Dithmarschen hatte Britta Flaig am Sonntag den 26. April 2026 zu einer Lesung aus ihrem Buch “Mama Berta und das Vergessen“ eingeladen.

Ca. 50 interessierte Gäste erkundeten zuvor mit Urte Meves ihren Meves-Hof und informierten sich über ihr Freizeitangebot für Menschen mit Demenz,
um anschließend in der voll besetzten Vierjahreszeitenscheune Britta Flaig zu lauschen.

Sie ist eine ehemalige Grundschullehrerin, die mit Anfang 50 an Alzheimer erkrankte und eine Powerfrau, die auch mit ihrer Diagnose die Alpen überquert oder durch Namibia wandert. An diesem sonnigen Nachmittag im beschaulichen Eddelak, erzählte sie jedoch aus dem Nähkästchen; wie es sich anfühlt, so jung an Alzheimer zu erkranken und plötzlich Wege nicht mehr zu kennen und Erlebnisse und Namen zu vergessen. Auch ihr Kühlschrank quille regelmäßig mit sich stapelnden Möhren über durch ihren ständigen (da vergessenem) Einkauf von ihrem Lieblingsgemüse. "Kaninchen anschaffen" war dazu der Lösungsvorschlag einer ebenfalls an Demenz erkrankten Seniorin aus dem Publikum, der alle zum Schmunzeln brachte.

Mit viel Witz aber auch emotional aufwühlenden Worten las sie aus ihrem Buch vor und erzählte dazu immer wieder Anekdoten aus ihrem Leben. Spätestens jedoch, als sie preisgab, dass sie als Mutter von vier Kindern plötzlich Angst hatte, ihre Mutterrolle zu verlieren, wischten sich viele ZuhörerInnen die Tränen aus den Augenwinkeln. Denn durch den Einzug der “kleinen Fee Dementia in ihren Kopf” konnten sie selbst und auch ihre Kinder sich nun nicht mehr auf sie als Mutter verlassen.

So offen und ehrlich und gleichzeitig so empathisch hört man selten, wie es sich denn für die an Demenz erkrankten selbst anfühlt. Und auch ihr Partner gab wertvolle Tipps mit auf den Weg, wie das gemeinsame Leben mit der Vergesslichkeit gemeistert werden kann. So hilft ihnen beispielsweise ein White Board bei der Erinnerung an Erledigungen oder eine Smart Watch, damit sie gefunden werden kann, falls sie sich verläuft obwohl sie dachte den Weg gut zu kennen. Mit Ergotherapie lernt sie Regelhaftigkeit, z.B. ihre Handtasche zu beschriften und immer wieder gleich zu packen, so dass eine Routine entsteht, über die man nicht nachdenken muss.

Sie fühlte, dass etwas nicht stimmte, dennoch hatte es 4 Jahre gedauert, bis dieses Gefühl eine Diagnose bekam: Alzheimer. Es fällt Britta Flaig nicht leicht zu akzeptieren, dass sie nie weiß, ob sie nun den Schlüssel eingepackt hat oder das nur vorhatte zu tun, wann die eigenen Kinder Geburtstag haben oder wie alt sie denn genau sind. Mittlerweile versucht sie ihren Frieden mit der kleinen Fee Dementia zu schließen, die, wenn sie wach ist, in ihrem Kopf alles durcheinander bringt. Aber auch sie hat Tage, an denen es ihr sehr schwer fällt.

Das Leben mit ihr erfordere viel Geduld von ihren Mitmenschen und da ist sie, so reflektiert Britta Flaig, in der besseren Position, da sie sich mit ihrer Vergesslichkeit und Entscheidungsunfreudigkeit ja nicht selbst „auf den Keks geht“.

Erinnerungen waren das Kostbarste, was sie besaß. Nun zählt nur noch der Moment, aber, und das betonte sie immer wieder, Alzheimer ist eine Einbahnstraße, doch es liegt an einem selbst, wie man diese ausschmückt. Sie ärgert sich nicht mehr darüber, dass sie das Lesen aufgeben muss, weil sie immer wieder von vorne anfängt; nein, sie sagte, sie brauche nun kein Geld mehr für Bücher ausgeben, da sie ja eh immer neu für sie sind.

Bei starkem Stress oder schlechter Stimmung in der Familie hat sie das Gefühl, dass etwas in ihr stirbt und es der Demenz einen Schub gibt. Sie versucht daher nicht an das zu denken, was sie vergessen hat, sondern das Positive zu sehen und sich daran zu erfreuen, was sie alles kann und weiß.

Offen mit der Krankheit umzugehen mache für sie und ihre Mitmenschen einiges leichter und dazu gab sie allen dementen ZuhörInnen mit auf den Weg:
„Heiße die Fee Dementia in deinem Leben willkommen, auch wenn es schwer fällt …“

(Autorin: Karin Hees)

Wir danken Britta Flaig ganz herzlich für diesen besonderen Einblick in ihr Leben und auch Cornelia Prepernau vom Kompetenzzentrum Demenz in Schelswig-Holstein für die Kontaktherstellung und wertvolle Unterstützung vor Ort!!!

Bauernhof für Menschen mit Demenz

 

Wie es ist, ein warmes, kuscheliges Fell zu streicheln, das vergisst das Herz nicht – und die Zeit auf unserem barrierearmen Bauernhof regt bei Menschen mit Demenz Kopf und Seele an.

Pflegende Angehörige können ihre Lieben bei uns für zwei Stunden gut versorgt wissen und eine Pause für sich genießen. Die Kosten dafür übernehmen die Pflegekassen als Entlastungsangebot. Mehr dazu …